Kleine Zeitung, November 2007
Jetzt gibt es viel zu lernen
In der Weinbauschule Silberberg erfolgte der Startschuss für die Ausbildung zur „Weinbau- und Kellereifacharbeiterin
BETTINA KUZMICKI
Es handelt sich um einen ganz besonderen Wein, der viel von dem Boden erzählt, auf dem er wächst. Sein Bukett erinnert an Steinobst, er wird spät gelesen und entwickelt sich mit der Reife sehr schön“, beschreibt Raffaela Malzbauer ihren persönlichen Favoriten unter den edlen Tröpferln.
Für Weinexperten wie Christian Reiterer vom gleichnamigen Weingut, Ingrid Regele, Weinbaudirektor Werner Luttenberger oder Weinbaufachschule-Direktor Anton Gumpl ist es kein Problem den Rebensaft zu identifizieren. „Der Rheinriesling ist es“, ist man sich einig. Und man ist sich einig über die Sinnhaftigkeit jener Ausbildungsmaßnahme, die gestern im Kellerstüberl der Weinbaufachschule Silberberg anlässlich ihres offiziellen Starts präsentiert wurde: die Stiftungsausbildung zur Weinbau- und Kellerfacharbeiterin.
Herausforderung
Raffaela Malzbauer ist eine von sieben Frauen, die sich entschlossen haben diese Modellausbildung zu absolvieren und neue berufliche Perspektiven wahrzunehmen und zu nutzen. Dass sie für das, was auf sie zukommt auch tatsächlich geeignet sind, wurde bereits im Vorfeld abgeklärt. Im Rahmen einer sogenannten „Rampe“ der Regionalen Frauenqualifizierung (RFQ). „Hier schauen wir, ob die Ausbildung für die Frauen auch wirklich passt, hier findet quasi eine Vorqualifizierung statt“, weiß Projektleiterin Martina Steinbauer. Raffaela ist sich sicher, dass ihr die Ausbildung gefallen wird. Ebenso wie Maria Gassl, die eine Lehre als Koch/Kellner absolviert hat und neue Herausforderungen sucht: „Ich möchte in der Natur arbeiten und werde sicher viel Freude an der neuen Arbeit haben.“ Auch Elfriede Scheicher ist gespannt, was auf sie zukommt: „Ich war elf Jahre lang Hausfrau und Mutter und freue mich sehr auf das kommende Jahr. Es wird mit Sicherheit sehr spannend.“
Günther Prutsch, Leiter der AMS-Geschäftsstelle Leibnitz, hob vor allem die große Bereitschaft der Betriebe hervor, bei diesem Ausbildungsmodell mitzumachen: „Damit ist gewährleistet, dass wir nicht an den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbei ausbilden.“
Einer dieser Partnerbetriebe ist das Weingut Reiterer. „Ich glaube, dass Frauen gerade in Sachen Weinvermarktung große Chancen haben und sie können auch Betriebsabläufe sehr gut mit gestalten“, erzählt Chef Christian Reiterer, warum er dabei ist.
Kleine Zeitung, 16. September 2007
Neue Frauen braucht der Weinbau
Beim AMS Deutschlandsberg beginnt morgen eine Vorqualifikation zur einjährige Ausbildung zur Weinbau- und Kellereifachfrau.
WALTRAUD HEUSSERER
Der Weinbau in den süd- und weststeirischen Anbaugebieten boomt, Fachkräfte in diesem Bereich sind aber Mangelware. Eine Ausbildung zur „Weinbau- und Kellereifachfrau“, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat, soll nun Abhilfe schaffen. Gestartet wird diese von der „Regionalen Frauenqualifizierung Deutschlandsberg“ (RFQ) und dem AMS.
„Angesprochen sollen sich Frauen fühlen, die gerne in der Natur arbeiten, keine Scheu vor technischen Geräten haben und sich generell für diesen Bereich interessieren“, erklärt Sabine Weber von der RFQ in Leibnitz. Grundvoraussetzung ist, dass die Frauen über 18 und beim AMS als arbeitssuchend gemeldet sind. „Uns geht es vor allem darum, neue Perspektiven zu schaffen für jene, die seit Jahren in den Schienen Verkauf und Produktion gefahren sind“, meint der Leibnitzer AMS-Chef Günther Prutsch. „Mit dieser Ausbildung starten wir den Versuch, arbeitssuchenden Frauen den Weinbau näher zu bringen.“
Die Ausbildung dauert ein Jahr, großer Wert wird laut Martina Steinbauer (RFQ Deutschlandsberg) auf die Praxis gelegt: „Ziel ist es, die Absolventinnen in den gesamten Prozess der Herstellung, Vermarktung und Präsentation des Weines einzubinden“, so die Projektleiterin. Die Qualität der Ausbildung wird durch Trainer der Weinbaufachschule Silberberg und Weinbau-Experten gewährleistet. Vorteile sieht Steinbauer für die Praxisbetriebe: „Die Mitarbeiterin arbeitet tausend Stunden im Betrieb.“
„Es ist schwierig, gutes Fachpersonal aus dem Bezirk zu bekommen, eine engagierte Frau mit einer fundierten Ausbildung ist jederzeit willkommen“, meint etwa Erika Lazarus aus Langegg. Weinbauer Martin Koselj wünscht sich, „dass nur Frauen ausgebildet werden, die diesen Beruf auch ausüben wollen.“ Die Ausbildung an sich findet er gut, er wünscht sich aber auch Maßnahmen für Berufstätige, die solche Kurse nicht nutzen können.
Noch Restplätze
Los geht es am morgigen Montag mit der „Weinbau-Rampe“, einer Art Vorqualifizierung mit einem Persönlichkeitstraining, Praxis und auch einem Staplerkurs, die bis Mitte November dauert. Dann beginnt die eigentliche Ausbildung. Zehn Frauen haben sich bisher angemeldet, für Kurzentschlossene gibt es noch Restplätze.
Kleine Zeitung, 10. Jänner 2004
Eine Chance für Frauen
Regionale Frauenqualifizierung bietet Frauen der Region Perspektiven. Ein Rückblick auf das letzte Jahr
BETTINA KUZMICKI
Auch Workshops für Handwerk und Technik stehen am Plan der Regionalen Frauenqualifizierung.
Susanna Habisch, Leiterin der „Regionalen Frauenqualifizierung – Zentrum für Ausbildungsmanagement“ (RFQ) in den Bezirken Deutschlandsberg, Leibnitz und Radkersburg, blickt zufrieden auf das abgelaufene Jahr zurück: „Wir können wirklich eine sehr positive Bilanz ziehen. Wobei die Basis für den Erfolg die gute Zusammenarbeit mit den Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice und dem Verein Wirtschafts- und Arbeitsmarktoffensive Bezirk Deutschlandsberg bildet.“
In Zahlen drückt sich der Erfolg folgendermaßen aus: 156 Frauen haben die angebotenen Kurse zu Perspektivenerweiterung besucht und mehr als ein Drittel konnte ein Dienstverhältnis mit Ausbildung beginnen. Auch EDV-Schulungen, die die Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen sollen, wurden gut angenommen.
Ein Erfolgsgeheimnis der Regionalen Frauenqualifizierung liegt weiters in der bedarfsgerechten Ausbildung der Teilnehmerinnen. Man versteht sich als Schnittstelle zwischen arbeitssuchenden Frauen und Betrieben der Region. „In den neun Wochen der Perspektivenerweiterung durchleuchten wir mit den Frauen verschiedenste Fragen. Etwa, welcher Beruf zu ihnen passt, in welche Richtung sie sich entwickeln wollen oder wie der Bedarf in der Wirtschaft aussieht. Berufsbilder werden genau durchleuchtet. Dazu bieten wir Bewerbungsmanagement, EDV-Schulungen und Workshops für Handwerk und Technik“, schildert Habisch.
Und weiter: „Nach dem Abschluss des Kurses können die Teilnehmerinnen schließlich in Kooperation mit einem Betrieb eine individuelle Stiftungsausbildung in Angriff nehmen.“
Kleine Zeitung, 28. September 2002
Ausbildung erfolgte nach Wünschen der Wirtschaft
Pilotprojekt „Softwareentwicklerinnen in der Süd- und Weststeiermark“: Ausbildung nach 2 Jahren beendet - von HANS AST
Dem Ruf der Wirtschaft nach Fachkräften in der Datenverarbeitung hatte das Arbeitsamtservice (AMS) Rechnung getragen. Vor knapp zwei Jahren wurde auf Initiative der Regionalen Frauenqualifizierung Deutschlandsberg (RFQ) mit Leiterin Susanne Habisch und in Kooperation mit dem Ausbildungszentrum Comm-Unity (ehemals Styria-Soft) in Lannach sowie dem AMS Steiermark das Pilotprojekt "Softwareentwicklerin" in der West- und Südsteiermark ins Leben gerufen. Nun haben die ersten zwölf Frauen die Ausbildung abgeschlossen.
Nach einer Bedarfserhebung in der IT-Branche (Informationstechnologie) wurden von etwa 100 arbeitslosen Frauen aus den Bezirken Deutschlandsberg, Leibnitz und Radkersburg 16 Frauen im Alter von 19 bis 31 Jahren herausgefiltert. Sie hatten das entsprechende Interesse und vor allem die notwendigen Voraussetzungen wie logisch-analytisches Denkvermögen, Fähigkeit zur Teamarbeit und zum selbstständigen Arbeiten erbracht.
Nach Entwicklung eines entsprechenden Lehrplanes unter führender Rolle von Herbert Mißmann vom Comm-Unity Ausbildungszentrum gab das AMS Steiermark im November 2000 den Startschuss zur Ausbildung. "Die Gesamtförderung seitens des AMS hat immerhin 410.000 Euro betragen. Sie enthält sämtliche Ausbildungskosten sowie die Hälfte der Lohn- und Lohnnebenkosten", betonte AMS- Landesgeschäftsführer Helfried Faschingbauer.
Kooperation. Auch während des Kurses verlangte die triale Ausbildungsform Kooperation. "Das Management, die Ausbildungsbegleitung und das Training von Schlüsselqualifikationen haben wir vom RFQ übernommen", berichtete Habisch. Die theoretischen Kenntnisse der Software-Entwicklung wurde von Comm-Unity vermittelt. Und in den zehn Betrieben stand die Mitarbeit an firmeninternen Software-Paketen und die Integration im Team im Vordergrund. "Um auf dem Gebiet der Softwareentwicklung immer den aktuellsten Stand in die Ausbildung zu integrieren, haben wir laufend den Lehrplan aktualisiert", ergänzte Mißmann.
Und der Erfolg kann sich sehen lassen. Von ursprünglich 16 Teilnehmerinnen haben zwölf Frauen nun die Ausbildung abgeschlossen. Mittlerweile konnten acht Frauen bei den Firmen Weihrich & Mißmann in Lannach sowie bei LOGIM Software in Wundschuh ein Dienstverhältnis eingehen. Vier Absolventinnen sind noch auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Diese Tatsache ist erstaunlich, weil doch seitens der Wirtschaft stets ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften beklagt wurde. Faschingbauer: "Aus diesem Grund werden wir vorerst kein weiteres Projekt starten."
Die frisch gebackenen Softwareentwicklerinnen sind naturgemäß stolz auf ihren Abschluss und auch darauf, einen Arbeitsplatz gefunden zu haben. "Als HAK-Maturantin war ich vergeblich auf Arbeitsplatzsuche. Nur durch dieses Projekt habe ich eine qualifizierte Ausbildung und einen adäquaten Arbeitsplatz gefunden", meinte Maria Ganster aus Rosegg stellvertretend für die Teilnehmerinnen.
Kleine Zeitung, 24. März 2002
Regionalinitiative: Qualifzierung von Frauen
Die RFQ führt derzeit eine Kurs zur beruflichen Ausbildungsplanung durch
Deutschlandsberg. - Regionale Frauenqualifizierung (RFQ) wird vom Arbeitsmarktservice Deutschlandsberg geboten. Das Ziel der Maßnahmen liegt in der Wiedereinbindung von Frauen in den Arbeitsprozess, wenn diese mehrere Jahre vom Arbeitsmarkt abgeschnitten waren. Derzeit läuft ein Kurs zur beruflichen Ausbildungsplanung, an dem acht Frauen aus der Region im Alter von 20 bis 47 Jahren teilnehmen. Die Kursteilnehmerinnen werden elf Wochen lang intensiv auf künftige Ausbildungen wie beispielsweise CAD-Technikerin, Speditionskauffrau oder Optikerin geschult. Der Kurs schließt auch Betriebspraktika ein und es besteht Freiraum für eine aktive Mitgestaltung von Seiten der Unternehmen.
Kleine Zeitung, 26. Juni 2001
Frauen fürs Berufsleben fit machen
Kurs der Regionalen Frauenqualifizierung in Mureck
Mureck. - Zum 3. Mal finanziert das Arbeitsmarktservice Steiermark in Mureck einen Kurs zur Ausbildungsplanung über die Regionale Frauenqualifizierung - Zentrum für Ausbildungsmanagement. Mit Engagement und großer Motivation planen die Teilnehmerinnen dabei ihre berufliche Zukunft.
Zwölf Wochen lang werden die Frauen durch die Kursleiterinnen Karin Pilgram und Anneliese Singer intensiv auf die zukünftigen Ausbildungen vorbereitet. Neben einer EDV-Basisausbildung stehen intensive Berufsbildarbeit, Persönlichkeits-, Lern- und Kommunikationstraining am Programm. Inkludiert sind auch zweiwöchige Betriebspraktika.
Die Frauen streben durchaus interessante Ausbildungen wie etwa zur Werkzeugmaschineurin, Bautechnischen Zeichnerin, Medienfachfrau oder Solartechnikerin an. Aber auch der Pflege- und Bürobereich findet immer wieder Anklang. Kursbetreuerin Daniela Derwaritsch vom Arbeitsmarktservice Mureck: "Ein großes Ziel unserer Geschäftsstelle ist es, Frauen durch Qualifizierung neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Das ist gerade im Bezirk Bad Radkersburg ein sehr wichtiger Aspekt."
Kleine Zeitung, 13. Mai 2001
Qualifizierung mit Aussicht
WADL hat neuen Standort in der Unteren Schmiedgasse 9 in Deutschlandsberg bezogen
VON HANS AST
Die Wirtschafts- und Arbeitsmarktoffensive Deutschlandsberg (kurz WADL) hat neuerdings in der Unteren Schmiedgasse 9 in der weststeirischen Bezirksstadt einen neuen Standort bezogen. Aus diesem Anlass gab es einen "Tag der offenen Tür", wobei sich die innovativen und regional verankerten Instititutionen wie die Regionale Frauenqualifizierung (RFQ), die 1999 gestartet wurde, und die Beschäftigungsinitiative der Gemeinden des Bezirkes Deutschlandsberg (BIDL) Interessierten präsentierten.
In einem Pressegespräch verwies Susanna Habisch, Leiterin des RFQ, auf die gute Zusammenarbeit mit dem AMS. "Als Zielgruppe betreuen wir arbeitslose und arbeitsuchende Frauen ab 18 Jahren mit Bedarf an Aus- und Weiterbildung", erklärte Habisch. Im Vorjahr standen 300 Frauen aus den Bezirken Deutschlandsberg, Leibnitz und Radkersburg in Beratung, davon 150 in Ausbildungsplanung und 92 Frauen haben mit der Ausbildung begonnen. Die Leiterin: "Unser Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit Klein- und Mittelbetrieben die Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt durch Qualifizierung zu erhöhen."
Dabei sei die triale Ausbildung - bestehend aus Praxis, Theorie und Coaching - entsprechend dem aktuellen Bedarf der regionalen Wirtschaft konzipiert. In Vorbereitung für die Ausbildung werden vorerst mit Firmen seitens des RFQ Kontakte geknüpft, in welchen Bereichen überhaupt Bedarf gegeben ist. "Die Betriebsrecherche ist die größte Arbeit für die RFQ", so Habisch. Denn es geht auch darum, dass die Frauen schon während der Ausbildung in ein Dienstverhältnis gelangen.
Bei einem Informationstag im Herbst vorigen Jahres wurden etwa 40 Frauen angesprochen und getestet, ob die Voraussetzungen für die Schwerpunkt-Ausbildung gegeben sind. Schlussendlich waren es 16 Frauen, die mit der Schwerpunkt-Ausbildung in den Bereichen Technik, Handwerk, Informations- und Kommunikationstechnologie begonnen haben, die übrigens bis Ende August läuft.
"Das AMS wiederum zahlt als Förderung den Betrieben bis zu 55 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten für die Dauer der Ausbildung", erklärte AMS-Leiter Herbert Rumpf. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft werde jedenfalls von Mal zu Mal besser. Habisch: "Erfreulich ist die Tatsache, dass die Skepsis bei den Unternehmern gegenüber Frauen nicht mehr so vorhanden ist. Im Gegenteil, die Firmen wissen die Arbeit der Frauen immer mehr zu schätzen." Durch diese Aktionen hellhörig geworden, fragen Gewerbetreibende bei Bedarf schon selbst beim RFQ nach Arbeitskräften an.
Kleine Zeitung, 21. März 2001
Ein Ausbildungsmodell, das künftig Schule machen soll
Pilotprojekt „Softwareentwicklerinnen“ in der Süd- und Weststeiermark ins Leben gerufen
VON HANS AST
Der immer wieder beklagte Mangel an Fachkräften in der Datenverarbeitung hat das Arbeitsmarktservice auf den Plan gerufen. Auf Initiative der Regionalen Frauenqualifizierung Deutschlandsberg (RFQ) mit Leiterin Susanne Habisch und in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungszentrum Styria Soft in Lannach sowie dem AMS Steiermark wurde das Pilotprojekt "Softwareentwicklerin" in der Süd- und Weststeiermark ins Leben gerufen.
"In der Branche der Informationstechnologie (IT) ist der Mangel an Fachkräften vor allem auf kleine Betriebe spezialisiert", erklärte Pressesprecher Hermann Gössinger vom AMS, "deshalb wollen wir das Potenzial an Frauen in der Modellausbildung zur Softwareentwicklerin ausschöpfen." Aus diesem Grund hat das AMS Styria Soft und die RFQ beauftragt, Frauen in diesem Bereich auszubilden. Von 100 arbeitslosen Frauen aus den Bezirken Deutschlandsberg, Leibnitz und Radkersburg wurden bereits 14 Frauen im Alter von 19 bis 31 Jahren herausgefiltert, die das entsprechende Interesse und die notwendigen Voraussetzungen erbringen.
In Kooperation mit Firmen in der Region konnten die Frauen in vier Betrieben angestellt werden. Während der 21-monatigen trialen Ausbildung, die bis August 2002 läuft, zahlt das AMS einen Teil der Lohnkosten, das sind immerhin sechs Millionen Schilling. Gössinger: "Dieses Modell wird vom AMS bewusst betrieben, um in diesem Bereich ein entsprechendes Know-How zu erwerben. Damit wollen wir praxisbezogen erfahren, welche tatsächlichen Qualifikationsanforderungen der Firmen in der IT-Branche gestellt werden, um so den Bedarf an Fachkräften abdecken zu können."
Nach Abschluss dieses Projektes soll das Modell standartisiert und steiermarkweit angeboten werden. "Es zeichnet sich schon nach der ersten von fünf Ausbildungsphasen deutlich ab, dass dieses Projekt für Frauen, die in innovative Branchen einsteigen wollen, enorme Chancen birgt", betonte Habisch. Aber auch Geschäftsführer Herbert Mißmann von Styria Soft bestätigte: "Die Vorauswahl war notwendig und stellt ein sehr wichtiges Kriterium für das Projekt dar. Das Engagement der Frauen ist jedenfalls erfreulich hoch und bestätigt den eingeschlagenen Weg."
Die bedarfsorientierte und praxisbezogene Ausbildung trägt übrigens bereits Früchte: Die Frauen haben bereits definitive Zusagen, dass das Beschäftigungsverhältnis bei den Firmen aufrecht bleibt.
Kleine Zeitung, 14. März 2000
Maßnahme für Frauen – Bessere Chancen
Positive Bilanz der Regionalen Frauenqualifizierung
Deutschlandsberg, Leibnitz, Mureck. - Positive Bilanz können die Verantwortlichen der "Regionalen Frauenqualifizierung" (RFQ), einem gemeinsamen Projekt der AMS-Geschäftsstellen Deutschlandsberg, Leibnitz und Mureck ziehen. Im letzten Jahr konnten 78 Frauen eine Ausbildung beginnen, und 57 Prozent der Teilnehmerinnen sind bereits mit einer abgeschlossenen Ausbildung in ein Dienstverhältnis eingetreten.
Die Regionale Frauenqualifizierung versteht sich als Schnittstelle zwischen arbeitssuchenden Frauen und Betrieben der Region. Für jede Teilnehmerin wird ein individueller und für die Firma entsprechender maßgeschneiderter Ausbildungsplan erstellt. Damit will man gezielt in neue Arbeitsplätze investieren.
Kleine Zeitung, 24. März 1999
Neue Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt
Neues Projekt des AMS: Regionale Frauenqualifizierung als neue Maßnahme mit dem Auftrag der Qualifizierung von Frauen (mehr)
VON HANS AST
Am traditionellen Arbeitsmarkt für Frauen wird die Situation von Jahr zu Jahr schlechter. Um in diesem Bereich Abhilfe zu schaffen, wurde vom Arbeitsmarktservice das Projekt "Regionale Frauenqualifizierung" (RFQ) ins Leben gerufen. Als Trägerverein tritt die Wirtschafts- und Arbeitsmarktoffensive des Bezirkes Deutschlandsberg, kurz "WADL", auf.
"Mit dieser Maßnahme soll es Frauen durch eine höhere Qualifizierung ermöglicht werden, Nischen auf dem Arbeitsmarkt und Beschäftigung zu finden", erläutert AMS-Leiter Norbert Staffaneller das Projektziel.
Die Gesamtkosten für diese Maßnahme belaufen sich pro Jahr laut Finanzierungsplan auf über 4,7 Millionen Schilling und werden zum Großteil vom AMS und dem Europäischen Sozialfonds getragen. Aus diesem Grund wurde ein zentrales Büro in Deutschlandsberg in der Frauentalerstraße gegenüber der Koralmhalle eingerichtet. "Wir wollen die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen und dabei auf den spezifischen Personalbedarf regionaler Unternehmen eingehen", betont Günther Krainer, Vorsitzender des Vereines WADL.
Als Zielgruppe werden arbeitslose Frauen ab 18 Jahren mit Qualifizierungsbedarf aus den Bezirken Deutschlandsberg, Leibnitz und Radkersburg angesprochen. Zur Zusammenarbeit sind regionale Unternehmen, Klein- und Mittelbetriebe aufgefordert. "Jährlich sollen etwa 330 Frauen aus den drei Bezirken durch das Regionalprojekt betreut bzw. beraten werden", kündigte RFQ-Mitarbeiterin Ingeborg Grahamer an.
Den Frauen werden von einer Zusatz- und Weiterbildung bis zu einem Lehrabschluß mehrere Ausbildungsmöglichkeiten mit unterschiedlicher Zeitdauer angeboten. "Derzeit stehen neun Frauen in einer Lehrausbildung, deren Berufspalette von Kfz-Karosseurin über bautechnische Zeichnerin bis zur Floristin reicht", so Grahamer. Neu ist auch das Angebot für "Telelearning". Je zwei Frauen können am Computer in einer dreimonatigen Ausbildung in Modulen neue Programme erlernen und eine Abschlußprüfung ablegen.
Für den Bezirk Leibnitz und Radkersburg steht jeweils ein Computer zur Verfügung, mit dem Interessierte bei sich Zuhause das Telelearning durchführen können. Weiters läuft ein Pilotprojekt, bei dem die Frauen ihre Berufsbilder und ihren Ausbildungsplan selbst erarbeiten können. Die ausgewählte Ausbildung endet mit der Lehrabschlußprüfung.
Eingeschlossen ist ein zweiwöchiges Praktikum in einem Betrieb. Ende August startet übrigens so ein Kurs im Bezirk Leibnitz.
Kleine Zeitung, 2. März 1997
Handlungsbedarf ist groß
Arbeitsprogramm des AMS Deutschlandsberg gegen Frauenarbeitslosigkeit
VON BETTINA KUZMICKI
Unter dem Motto "Frauen total" will das Arbeitsmarktservice Deutschlandsberg im heurigen Jahr der Frauenarbeitslosigkeit verstärkt den Kampf ansagen. "Unser Problem ist, daß wir es vorwiegend mit Wiedereinsteigerinnen zu tun haben, denen wir keine Arbeitsplätze in der Produktion, wo sie vorher tätig waren, anbieten können. Daher müssen wir neue Wege gehen. Einerseits in Richtung Dienstleistungssektor und andererseits in den Bereich produzierendes Gewerbe. Und dafür müssen wir entsprechende Ausbildungsmaßnahmen anbieten", schildert AMS-Chef Norbert Staffaneller die Situation.
Langzeitarbeitslos. Handlungsbedarf sei unter anderem auch deshalb gegeben, weil die Thematik Langzeitarbeitslosigkeit vorwiegend Frauen betreffe. Staffaneller kann auch mit konkreten Zahlen aufwarten, die diese Tatsache untermauern. Während etwa im August 96 bei den Männern praktisch eine Vollbeschäftigung gegeben war (2,2 % Arbeitslose), hatten hingegen 7,8 % Prozent der Frauen keinen Job. "Bei den Männern ist die Situation im Sommer erfahrungsgemäß sehr gut. Das ist einerseits durch die Saisonarbeit bedingt, und andererseits sind die Männer meist mobiler, weil sie zu Hause keine Verpflichtungen haben, die sie am Auspendeln in andere Bezirke hindern", so Staffaneller. Man müsse, um die Frauenarbeitslosigkeit in den Griff zu kriegen, alle Möglichkeiten innerhalb des Bezirkes nutzen.
Aktivitäten. Zahlreiche Maßnahmen laufen bereits und zeitigen deutliche Erfolge. Eine davon ist beispielsweise die seit drei Jahren bestehende Aktivgruppe, die von Dr. Magdalena Koinegg und Mag. Karin Egger betreut wird. Ziel des Projektes ist es, arbeitssuchenden Menschen kostenlos bei der Wiedereingliederung und Orientierung am Arbeitsmarkt zu helfen. Ein wesentlicher Arbeitsbereich ist das gezielte Bewerbungstraining. Durch Videoanalysen, Redeübungen oder Körperspracheanalysen lernen die Teilnehmer Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Im letzten Jahr nutzten 197 Personen dieses Angebot von AMS und LFI, 131 davon haben eine Anstellung gefunden. 90 Prozent der Teilnehmer sind übrigens Frauen.
Gut angenommen wird auch die einjährige Pflegehelfer-Ausbildung. Zur Zeit läuft ein Kurs mit dem Trägerverein Jugend am Werk, ein weiterer startet morgen, Träger ist das BFI. Bereits laufende Maßnahmen sind weiters die regionale Frauenqualifizierung, die neue Berufswege für Frauen ermöglichen soll, und einige Tagesmütterlehrgänge. In Kürze gestartet werden die Projekte "Berufliche Orientierung", "Ausbildungsplanung für Frauen" und "Wiedereinstiegsbegleitung". Übrigens: Ab 6. März gibt es im AMS jeden Donnerstag ab 9 Uhr Informationsveranstaltungen für Frauen.