Kleine Zeitung, 15. Okt. 2009
Pilotprojekt ist gestartet
„Aola+“ hilft Ausbildungsabbrecherinnen Lehrabschluss nachzuholen.
BETTINA KUZMICKI
Vor dem Hintergrund einer schlechten Großwetterlage am Arbeitsmarkt wurde gestern in den Räumlichkeiten des Arbeitsmarktservice Leibnitz ein neues Qualifizierungsprojekt für Frauen aus der Taufe gehoben. „Die Arbeitslosenzahlen sind derzeit stabil hoch, daher ist Qualität mehr denn je gefordert und das schafft man nur mit einem gewissen Ausbildungsniveau“, stellte Leiter Günther Prutsch fest. Demnach sei jeder Erwerb von zusätzlichem Wissen ein Gewinn, jeder Formalabschluss fördere die Chancen am Arbeitsmarkt.
„Aola+“ nennt sich das neue Projekt, das die Regionale Frauenqualifizierung (RFQ) im Auftrag des AMS durchführt. Mit dem Ziel, die Arbeitsmarktchancen von jungen, vorrangig 18 bis 24-jährigen Lehr- und Schulabbrecherinnen zu steigern. „Das Besondere ist, dass wir auf bereits erworbenem Wissen aufbauen und die jungen Frauen unterstützen, einen außerordentlichen Lehrabschluss zu machen. Sprich ihre begonnene, jedoch unterbrochene Ausbildung abzuschließen“, weiß RFQ-Leiterin Helga Cernko.
Unterstützung
Projektleiterin Michaela Binder betont, dass das Projekt menschliche, fachliche und organisatorische Unterstützung beim Nachholen des Lehrabschlusses biete. In drei Modulen – einer Vorqualifizierung, einer Fachqualifizierung und einer Zusatzqualifizierung – werden die Teilnehmerinnen jobfit gemacht. Binder: „Wir wollen nicht wissen, warum die Teilnehmerinnen bis jetzt gescheitert sind. Wir wollen stattdessen deren Fähigkeiten, Stärken und Interessen aus ihnen rauskitzeln und stützen. Und wir wollen ihnen vermitteln, dass es um ihr Leben, nicht nur ums Überleben geht.“
Vor dem Hintergrund, dass laut Studien von den 42.000 in Österreich im Jahr 2005 begonnenen Lehrverhältnissen rund dreißig Prozent nach einem Jahr abgebrochen wurden, hoffen die Projektinitiatoren, dass das Leibnitzer Pilotprojekt irgendwann steiermarkweit Nachahmer finden könnte. „Was wir machen, könnten natürlich auch viele Männer brauchen. Und vielleicht gelingt es uns ja, wenn wir gut arbeiten, das Projekt irgendwann in größere Bahnen zu lenken“, sind sich die Drei einig.