Kleine Zeitung, 14. Oktober 2008
Zugang zu Kultur soll jedem gewährt sein
Kultur in Leibnitz, Arbeitsmarktservice, Frauenqualifizierung und Frauenberatungsstelle unterstützen Kulturpass „Hunger auf Kunst & Kultur.
BETTINA KUZMICKI
Fünf Jahre ist es mittlerweile her, dass das Schauspielhaus Wien gemeinsam mit der Armutskonferenz die Aktion „Hunger auf Kunst & Kultur“ initiiert hat. Mit dem Ziel, Menschen mit wenig oder gar keinem Einkommen den Zugang zu Kunst oder Kultur zu ermöglichen. Seit 2006 gibt es die Aktion auch in der Steiermark und seit gestern ist auch Leibnitz ganz offiziell mit von der Partie. „Wir sind gerne mit dabei, wobei die Kooperation schon für unser Herbstprogramm gilt“, betonte Sigi Feigl, Kultur in Leibnitz-Obmann, bei einem Pressegespräch.
Isabella Holzmann, steirische Projektkoordinatorin, zeigt sich zufrieden mit dem Projektverlauf: „Wir haben steiermarkweit ein Netzwerk mit etwa 170 Partnern – Kulturveranstalter und soziale Einrichtungen – aufgebaut und wollen dieses Schritt für Schritt auf die steirischen Bezirke ausdehnen. Mancherorts läuft es auch schon sehr gut, wie etwa in Deutschlandsberg.“
In Leibnitz soll „Kultur in Leibnitz“ quasi zum Motor werden, um bezirksweit ein Netzwerk zu gründen. „Wildon hat ja bereits mitgemacht und auch die regionale Frauenqualifizierung hat Kulturpässe ausgegeben, aber letzten Endes geht es um ein möglichst breites kulturelles Netzwerk“, weiß Holzmann. Helga Cernko von der Regionalen Frauenqualifizierung schildert ihre Erfahrung: „Es ist gut, wenn der Kulturpass Angebote in der Region betrifft. Denn wenn das Geld knapp ist, sind auch Fahrten nach Graz zu teuer, selbst wenn Eintrittskarten nichts kosten.“ Für Eva Surma von der unterstützenden Frauenberatungsstelle „Freiraum“ steht fest: „Die Aktion ist auch für unser Klientel wichtig. Wir wollen ja, dass Frauen aus gewohnten Bahnen ausbrechen und neue, motivierende Erfahrungen machen. Und Kultur ist dafür ein gutes Mittel.“
Auch für Bürgermeister Helmut Leitenberger ist das Projekt wichtig und konnte deshalb in Leibnitz sofort auf Schiene gebracht werden. Und auch Günther Prutsch, AMS-Chef in Leibnitz, weiß berufsbedingt, wie schwierig aber wichtig der Zugang zu Kultur auch für finanzschwache Menschen ist.
Kleine Zeitung, 4. Juli 2008
Qualifiziert für Technik
Dass Frauen auch den Umgang mit Schweiß- und Messgeräten perfekt beherrschen, beweist der Kurs „Technik-Rampe“ in Leibnitz.
Dass Frauen auch den Umgang mit Schweiß- und Messgeräten perfekt beherrschen, beweist der Kurs „Technik-Rampe“ in Leibnitz.
MONIKA SCHACHNER
Frauen und Technik sind allen Vorurteilen zum Trotz durchaus kompatibel. Zu diesem Schluss gelangen immer mehr südsteirische Unternehmen. Eines davon ist Porsche Leibnitz. Denn ab Sommer wird Sindy Gallien dort als Kfz-Technikerin so manchem Auto unter die Haube schauen. „Es war schon immer ein Traum von mir, einen handwerklich-technischen Beruf zu ergreifen“, bekennt die 25-Jährige. Dennoch entschied sie sich vorerst für eine Großhandelskaufmannslehre. Nun, fast zehn Jahre und die Geburt ihrer zwei Kinder später, wagt sie den Schritt in die Werkstatt.
Ermöglicht hat das die „Technik-Rampe“ der Regionalen Frauenqualifizierung Leibnitz. 14 Wochen lang konnten sich neun Frauen aus der Region Basiswissen im Metall- und Elektrobereich sowie beim Schweißen aneignen. Zusätzlich beinhaltete der Kurs ein EDV- und Bewerbungstraining und die Möglichkeit, den Staplerschein abzulegen. „In Folge haben sich die Teilnehmerinnen bei regionalen Betrieben um Praktika beworben“, erzählt Kursleiterin Ulrike Kohlbacher-Pleyer. Und auch Bildungsberaterin Waltraud Pratter kommt zu einem positiven Schluss: „Immer mehr Unternehmen erkennen, dass hier Potenzial brachliegt.“ Das Zurückgreifen auf Frauen – vor allem im technischen Bereich – sei nur eine Folge davon.
Die Regionale Frauenqualifizierung Leibnitz will sich jedenfalls nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. „Im Herbst starten wir in Zusammenarbeit mit der Berufsschule Arnfels einen Ausbildungslehrgang zur Kfz-Verkaufsberaterin“, berichtet Standortleiterin Helga Cernko.